Term: SA Modul der CC-Lizenzen
SA Modul der CC-Lizenzen
SA - Weitergabe unter gleichen Bedingungen (share alike)
Das Modul SA (share alike) legt fest, dass Bearbeitungen nur unter der ursprünglichen oder unter einer damit kompatiblen Lizenz veröffentlicht werden dürfen.
Bedingung im Wortlaut der Creative Commons
"Wenn Sie das Material remixen, verändern oder anderweitig direkt darauf aufbauen, dürfen Sie Ihre Beiträge nur unter derselben Lizenz wie das Original verbreiten. Sie können alternativ auch eine der unter https://creativecommons.org/share-your-work/licensing-considerations/compatible-licenses als kompatible aufgelisteten Lizenzen verwenden."
Erläuterung: Neue Lizenz wählen
Ein Nachnutzer oder eine Nachnutzerin bearbeitet ein Werk mit einer CC BY-SA 3.0 Lizenz. Mit Bearbeitung ist hier eine Umgestaltung des Werkes gemeint, die eine eigene Schöpfungshöhe besitzt. Durch eine solche Bearbeitung entsteht ein neues Werk und der Nachnutzer oder die Nachnutzerin wird dadurch zum Urheber bzw. zur Urheberin dieses neuen Werkes.
Möchte der Nachnutzer oder die Nachnutzende das neue Werk veröffentlichen, dann muss er eine CC-Lizenz vergeben. Durch das SA-Modul des Originals ist diese Lizenz vorgeschrieben:
- Veröffentlichen unter der ursprünglichen Lizenz: CC BY-SA 3.0
- Veröffentlichen unter einer kompatiblen Lizenz: CC BY-SA 4.0. Als Faustregel gilt, dass spätere Versionen einer CC BY-SA oder CC BY-NC-SA Lizenz vergeben werden dürfen (ausgenommen ist die Version 1.0). Hier werden kompatible Lizenzen aufgelistet. Die Beschäftigung mit der Kompatibilität ist allerdings höchstens in Ausnahmefällen nötig. Im Wesentlichen beschränkt man sich darauf, die ursprüngliche Lizenz zu vergeben.
Zu jedem Modul (inklusive der Public Domain Werkzeuge) gehört auch ein Symbol. Zu SA ist es dieses:
Die Symbole werden hier zum Download angeboten: https://creativecommons.org/about/downloads/.
Die Module der Creative Commons Lizenzen
Die Creative Commons (CC) Lizenzen bestehen aus einzelnen Modulen. Diese Module haben die Funktion, Bedingungen anzugeben, unter denen ein CC-lizenziertes Werk nachgenutzt werden kann. Es gibt 6 CC-Lizenzen, die sich aus mindestens einem der 4 folgenden vier Module zusammensetzen: BY, SA, NC und ND. (Bei den Bezeichnungen handelt es sich um Abkürzungen.)
Hinzukommen die beiden Public Domain Werkzeuge:
Das Modul SA kommt in zwei Lizenzen vor. Es kann nicht mit dem Modul ND (no derivatives, keine Bearbeitung) kombiniert werden. SA hat nur dann Bedeutung, wenn ein SA-lizenziertes Werk bearbeitet (und veröffentlicht) wird. Wenn keine Bearbeitung erlaubt ist, kann SA nicht zum Tragen kommen.







Die Texte der Wikipedia stehen unter einer CC BY-SA Lizenz.
„Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern und zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.“
Beispiel für einen anzugebenden Lizenztext bei Bearbeitungen, bei denen ein Urheberrecht entsteht:
Das Werk "90fied" ist eine Bearbeitung von „Creative Commons 10th Birthday Celebration San Francisco“ von tvol, genutzt unter CC BY 2.0. "90fied" steht ebenfalls unter CC BY 2.0 von [Name des / der Bearbeiters / Bearbeiterin]
Das SA-Modul und kommerzielle Nutzung
Grundsätzlich kann man mit einer CC BY-SA Lizenz eine kommerzielle Nutzung nicht verhindern. In den Bedingungen der CC BY-SA Lizenz steht ausdrücklich, dass man „das Material remixen, verändern und darauf aufbauen [darf] und zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell“. Um eine kommerzielle Nutzung auszuschließen, ist die CC BY-NC-SA Lizenz erforderlich. (Bei dieser Lizenz handelt es sich aber um keine offene Lizenz, sie ist also für Open Educational Resources nicht geeignet.)
Wenn ein Urheber bzw. eine Urheberin ein Bild unter CC BY-SA setzt, darf ein Verlag das Bild für ein (zu kaufendes) „Alle-Rechte-vorbehalten-Buch“ benutzen, wenn er bei dem Bild schlicht die CC-Lizenz / Quellangabe macht. Das ist insbesondere dann folgenlos, wenn es sich bei der Nutzung um eine Zusammenstellung handelt, wo jedes genutzte Werk schlicht seine eigene Quellenangebe bzw. Lizenz behält. Wenn der Verlag das Bild mit anderen seiner Werke so vermischt, dass es sich um eine Verschmelzung handelt, muss diese zwingend eine SA-Lizenz erhalten und damit also auch die Werkteile des Verlages.
In der Praxis kann mit der Vergabe einer CC BY-SA Lizenz also mittelbar die kommerzielle Nutzung eingeschränkt werden. Unternehmen werden oftmals nicht bereit sein, z. B. ihre Werbematerialien der Allgemeinheit mit einer CC BY-SA Lizenz zur Verfügung stellen, was sie müssten, wenn das Werbematerial bearbeitete CC BY-SA lizenzierte Teile enthalten würde. Deshalb werden viele Unternehmen darauf verzichten, CC BY-SA lizenzierte Materialien zu verwenden. Ausführungen hierzu finden sich auch in der Broschüre „Folgen, Risiken und Nebenwirkungen bei nichtkommerziellen CC-Lizenzen“ (S. 13).
Kombinationsproblematik der SA-Lizenzen
Wenn die Kombination der Materialien eine Verschmelzung darstellt, muss geprüft werden, ob die jeweiligen Lizenzen der Ausgangsmateriallien miteinander kompatibel sind. Bei einer Verschmelzung sind die einzelnen Werke nicht mehr voneinander klar unterscheidbar. Das ist beispielsweise beim Kombinieren oder Collagieren von Fotos der Fall oder bei der Unterlegung eines Videos mit Musik.
Eine „Lizenzinkompatibilität“ tritt beispielsweise auf, wenn zwei Inhalte mit unterschiedlichen CC-Modulen und beide mit dem Share Alike-Modul (SA, Weitergabe unter gleichen Bedingungen) versehen sind. So sind die Lizenzen CC BY-SA (Weitergabe unter gleichen Bedingungen) und CC BY-NC-SA (nur nicht kommerzielle Nutzung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen) zueinander nicht kompatibel. Denn der neu geschaffene Inhalt müsste der einen Lizenz zufolge für die kommerzielle Nutzung freigegeben sein, der anderen zufolge nicht. Die Einhaltung der einen Lizenz würde zur Verletzung der anderen führen. In einem solchen Fall müssten Sie tatsächlich den einen Rechteinhaber um Erlaubnis fragen, oder prüfen, ob eine gesetzliche Erlaubnis greift.
Die folgende Tabelle zeigt, wie Inhalte miteinander kombiniert werden können, die unter unterschiedlichen CC-Lizenzen stehen. Dabei ist erkennbar, dass Materialien, die mit einer ND-Lizenz versehen sind, eben nicht mit anderen Werken verschmolzen werden können.
- Broschüre "Freies Wissen dank Creative-Commons-Lizenzen. Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung »nicht-kommerziell – NC" von Wikimedia, iRights.info, Mai 2012, Autor Paul Klimpel, CC BY-SA 3.0 DE
- Absatz "Lizenzinkompatibilität" aus FAQ Creative Commons, CC BY 4.0, Auszug
- Kompatibilitätstabelle von Kennisland, CC 0 1.0
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