Summary | | ILIAS wird seit vielen Jahren international eingesetzt und verfügt über ein etabliertes Sprachsystem. Dieses System deckt klassische Übersetzungen zuverlässig ab. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an Sprachdarstellung in Lernplattformen: unterschiedliche Ansprachen (Sie/Du), einfache Sprache, regionale Varianten wie de-AT oder de-CH sowie institutionelle Besonderheiten werden zunehmend relevant. Diese Anforderungen betreffen nicht nur einzelne Texte, sondern die Struktur des Sprachmodells selbst.
Die Kombination aus PO-Files (gettext) und RFC 5646 bietet die Möglichkeit, das Language Handling von ILIAS konzeptionell weiterzuentwickeln und stärker an bestehenden Standards auszurichten. PO-Files erlauben kontextbasierte, pluralfähige und versionierbare Übersetzungen (msgctxt, msgid_plural) sowie eine klare Trennung von Code und Sprache. RFC 5646 definiert eine einheitliche Syntax für Sprachkennzeichnungen wie de-DE, en-GB oder fr-CA. Damit lässt sich eindeutig festlegen, welche Sprachvariante gemeint ist, und diese konsistent im System verwenden – etwa bei der Zuordnung von Locales, bei der Verarbeitung von Browser-Sprachangaben oder beim Setzen des HTML-lang-Attributs.
Gemeinsam ermöglichen diese Standards ein explizites Modell für Sprachvarianten und kommunikative Kontexte – ohne zusätzliche Sonderlogik im Anwendungscode. Aspekte wie Sie/Du-Ansprache, einfache Sprache oder regionale Unterschiede könnten systematisch über Kontext und Locale-Fallback-Strategien abgebildet werden. Gleichzeitig würde ein solches Modell Core- und Plugin-Entwicklung vereinheitlichen und langfristig wartbarer machen.
Der Vortrag gibt eine technische Einführung in PO-Files und RFC 5646, analysiert den aktuellen Stand des ILIAS Language Handlings (inklusive Plugin-Sprachdateien) und skizziert einen möglichen Integrationspfad mit klarer Locale-Struktur, Fallback-Logik und Erweiterbarkeit. Ziel ist es, eine gemeinsame Diskussion über ein zukunftsfähiges Sprachmodell für ILIAS anzustoßen und interessierte Entwicklerinnen, Übersetzerinnen und Institutionen für eine kollaborative Weiterentwicklung zu gewinnen. |