ILIAS-Blog
Digitale Unabhängigkeit und Resilienz von Hochschulen in Studium und Lehre

Wie digital souverän und resilient sind deutsche Hochschulen in Studium und Lehre? Das Projekt HS-Resilienz der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) geht dieser Frage systematisch nach – und braucht dafür Ihre Mitwirkung.
Open-Source-Software ist an deutschen Hochschulen längst Alltag: ILIAS, Moodle und Stud.IP, BigBlueButton, OpenCast oder OERSI laufen tagtäglich in Lehre, Prüfung und Zusammenarbeit. Gerade weil diese Werkzeuge so selbstverständlich funktionieren, gerät leicht aus dem Blick, dass auch sie entwickelt, gepflegt und abgesichert werden müssen. Die verbreitete Annahme, Open Source sei „kostenlos", führt dazu, dass in ihre Weiterentwicklung zu wenig investiert wird. So sind Fragen der Barrierefreiheit, Usability und Security nur mit strategischen, planbaren und dauerhaften Anstrengungen in der Entwicklung wirklich voranzubringen.
In einer angespannten geopolitischen Lage ist die Kontrolle über die eigene digitale Infrastruktur zur Voraussetzung dafür geworden, dass Hochschulen selbstbestimmt, sicher und zukunftsfähig handeln können. Wer seine Kerninfrastruktur nicht aktiv mitgestaltet, überlässt anderen die Entscheidung über Prioritäten, Updates und Geschäftsmodelle.
Genau hier setzt eine Forschungsstudie der Gesellschaft für Informatik an, gefördert vom BMFTR.
Worum es geht
Digitale Plattformen und Software prägen heute das Lernen, Prüfungen und auch die Zusammenarbeit an Hochschulen. Lernmanagementsysteme wie ILIAS, Stud.IP oder Moodle, Videokonferenzlösungen wie BigBlueButton oder auch Videomanagement-Tools wie Opencast sind an vielen Hochschulen etabliert und grundlegend für den täglichen Hochschulbetrieb. In anderen zentralen Bereichen bestehen jedoch auch strukturelle Abhängigkeiten von häufig außereuropäischen Anbietern.
Wie werden Entwicklung, Pflege und Weiterentwicklung von Open-Source-Software tatsächlich finanziert? Welche Annahmen haben Hochschulen über die Kosten – und stimmen diese? Und wie groß ist die Bereitschaft, Open-Source-Projekte eigenständig oder kooperativ zu stützen?
Belastbare Antworten auf diese Fragen fehlen bislang. Die Studie HS-Resilienz erfasst systematisch, welche Software an deutschen Hochschulen genutzt wird, welche Kosten und Abhängigkeiten damit verbunden sind und wo Potenziale für mehr digitale Unabhängigkeit und Resilienz liegen. Darüber hinaus fragt die Studie, welche Entwicklungshorizonte realistisch sind: Unter welchen Bedingungen können Hochschulen ihre digitale Infrastruktur aktiv mitgestalten? Welche strukturellen Voraussetzungen braucht es dafür? Und was lässt sich aus internationalen Erfahrungen lernen?
Wer angesprochen ist
Die Befragung richtet sich an:
- (Leitungs-)Personal von Rechen- und Medienzentren
- (Leitungs-)Personal in Lehr- und Lernzentren
- Personal in Hochschulleitungen, insbesondere mit Expertise und Verantwortung in den Bereichen „Studium und Lehre", Digitalstrategie und IT
Mitmachen
Mit Ihrer Teilnahme tragen Sie dazu bei, erstmals ein belastbares Bild der Softwarenutzung, Kostenstrukturen und Abhängigkeiten an deutschen Hochschulen zu zeichnen – und damit eine fundierte Grundlage für strategische Entscheidungen zu schaffen.